Dann beginnt es also

Ein Hammer ist das allemal,
diese synondale Nichtsynode

… mit diesen Worten Theodens fängt im Film Herr der Ringe Teil II die Schlacht um Helms Klamm an.

Am vergangenen Sonntag hat in Deutschland etwas begonnen, was von dem einen oder anderen Katholiken so empfunden wird, wie die Schlacht um Helms Klamm.

Der Gedanke hat etwas, denn eine Schlacht steht uns tatsächlich bevor. Die verfasste Kirche mit ihren reichlich fließenden Kirchensteuereinnahmen hat nicht erst seit gestern die Bestrebung, sich dem Zeitgeist anzupassen. Was zur Amazonassynode die Pachamama war, die für Klima steht, ist in Deutschland vor allem Gender.

Man mag mir in diesem Zusammenhang nachsehen, für Germanien mit einem synodalen Mjölnir für kultursensitive Pastoral zu werden. Doch in der Tat beginnt ein germanisierendes Neuheidentum in Kreisen junger Menschen einen gewissen Reiz zu entwickeln.

Und letztendlich stehen ja auch die Germanen für eine kriegerische Existenz. Der synodale Mjölnir ist nicht weniger ärgerlich als das Logo, welches für die Synode entworfen wurde. Es erinnert an einen Wegweiser. Der synodale Weg … hier geht es raus. Ob Thor uns retten kann? Hat nicht vielleicht doch Loki seine Finger im Spiel bei diesem vertrackten synodalen Irrsinn?

Der neue Diamat

Klima, Gender und Migration bilden in unserer Gesellschaft eine Art neuen Dialektischen Materialismus. Wer nicht die richtige – politisch korrekte und der identity politics entsprechende – Haltung zu diesen Fragen einnimmt, ist politisch, akademisch und publizistisch ein Paria. Wer in den stalinistischen Staaten des einstigen Ostblocks etwas werden wollte, tat gut daran, sich positiv zum DiaMat zu positionieren. So ist es heute mit Klima, Gender, Migration in unserem Land. Gleiches gilt in der katholischen Kirche für den synodalen Weg mit seinen Hauptpostulaten Frauenweihe, Priesterehe, Ehe für alle und weitestgehende Abschaffung der Sexualmoral. Wer eine andere Position einnimmt ist ein Paria. Man erkennt dies an Patholologisierungen von Gegnern. Im Stalinismus war das ebenso. Auch gesellschaftlich ist die Unterstellung von xyz-Phobie ein probates Mittel, die Debatte abzuwürgen.

Wer den synodalen Weg ablehnt, sieht sich mit der Unterstellung konfrontiert, „Angst vor Veränderungen“ zu haben. Dies wurde in der Tat am vergangenen Samstag im Pontifikalamt zur Eröffnung der ewigen Anbetung und des synodalen Weges im Erzbistum Paderborn in einem als „Fürbitte“ getarnten Statement in Gegenwart des Erzbischofs so verlesen. Zum Glück gibt es noch Menschen, die erkennen, wenn sie in ein totalitäres System geraten. Es gilt hier zu widerstehen und klare Positionen zu beziehen. Es gilt auch den eigenen Hirten deutlich zu machen, dass wir uns in eine verheerende Situation begeben.

Der Erzbischof selber hatte in seiner Predigt den synodalen Weg als alternativlos bezeichnet und sich damit in eine Position begeben, die ihn als Bischof sehr weit ins Aus bringt. Wenn tatsächlich der Oberhirte eines Bistums keine andere Möglichkeit der Rettung mehr sieht, den Glauben mit denen zu retten, die den Glauben in weiten Teilen ablehnen, dann haben wir schon verloren. Der Bischof ist der Hirte und Lehrer des Glaubens in seiner Diözese. Jetzt hat unser Bischof faktisch resigniert. Das Lehren ist den Häretikern überlassen. Die Herde hüten derweil die Wölfte.

Rette sich, wer kann.

Doch halt! In Helms Klamm, noch vor Beginn der Schlacht, treten die Elben auf den Plan und erneuern das alte Bündnis. Sie kämpfen mit den Menschen um die Freiheit. Und am Morgen, als die Schlacht trotzdem verloren scheint, taucht Gandalf mit den Reitern Rohans auf, um das Blatt zu wenden. Ob das auf dem synodalen Weg so ähnlich sein kann, wissen wir so wenig, wie es Theoden und seine Mannen wussten, bevor die Schlacht begann. Helms Klamm wurde ein großer Sieg, doch es war noch lange nicht das Ende. Auch das ist Fakt. Wer sind unsere Elben? Wer ist unser Gandalf?

Der Kampf der Antikirche gegen die Kirche hat gerade erst begonnen. Das Erschreckende daran ist, dass sich die Antikirche offensichtlich mitten in der Kirche bildet und etabliert. Fatal ist, dass man das Original kaum von seinem dunklen Zwilling unterscheiden kann. Die Verwirrung scheint groß. Doch ist das beileibe kein Grund zu verzweifeln. Wir haben in jüngster Vergangenheit hinreichend Orientierung erhalten.

Der letzte heilige Papst hat uns einen Katechismus geschenkt, der so, wie er im März 2013 galt, auch heute noch gilt. Wer halt und Orientierung sucht, findet sie dort. Der Glaube der Kirche wird in diesem Werk authentisch dargelegt. Doch das ist noch nicht alles. Von der Theologie des Leibes über die zahlreichen Enzykliken hat und Papst Johannes Paul II. uns das Rüstzeug für den Kampf, auch für den geistlichen Kampf, wider die Katastrophe des synodalen Weges in die Hand gegeben. Sein Nachfolger Papst Benedikt XVI. hat uns reichlich wissenschaftliches und erbauliches Material hinterlassen, um auch intellektuell gerüstet zu sein. Wie viel Angst die Synodalisten vor diesem Papst haben, zeigen die zahlreichen Versuche ausgerechnet aus Deutschland ihn zu demolieren. Glaube und Vernunft sind nicht nur kein Widerspruch, sie bedingen einander sogar. Dies ist, auf eine kurzen Satz gebracht, was Papst Benedikt XVI. uns hinterlassen hat.

Was am 1. Advent 2019 – exakt fünfzig Jahre nach Inkrafttreten des Novus Ordo Missae – in Deutschland mit dem so harmlos wirkenden Entzünden von Kerzen begonnen hat, wird seine grausige Wirkung entfalten, wenn es nicht aufgehalten werden kann.

Keine Synodalfete ohne Knete

Dass es aufgehalten werden kann, ist unwahrscheinlich. Unmöglich ist es nicht. Wer den synodalen Weg nicht will, mag es seinem Bischof schreiben. Er mag es dem „ZdK“ schreiben. Er mag es der DBK schreiben. Die wirkungsvollste Drohung dürfte wohl die Drohung mit Entzug der Kirchensteuer sein. Die Gemeinschaften der Tradition sehen, wenn ich mich nicht gewaltig irre, in den nächsten Jahren einem ordentlichen Geldsegen entgegen. Irgendwohin muss die von Kirchenrecht geforderte Unterstützung der Kirche ja gezahlt werden. Was böte sich da eher an. Und es gibt wohl inzwischen keinen Zweifel mehr, dass eine Exkommunikation für Kirchensteuerverweigerer – natürlich im Einzelfall und aus pastoralen Gründen – schlicht ungültig und wirkungslos ist, wenn die Zahlungsweigerung als wohlgeprüfte Gewissensentscheidung erfolgt.

Nach dem Anfangsschock dürfte der geneigte Leser wohl gemerkt haben, dass der kleine Mjölnir oben im Bild gerade mal ein ironischer Eycatcher war. Mehr nicht. Er sollte uns vor allem eines lehren, verlieren wir bitte, bitte nie den Humor. Schon James Krüss wußte es: Der Teufel kann nicht lachen. Ich kann es noch. Und ich werde es auch in zwei Jahren nach dem synodalen Weg noch können. Ob es die Bischöfe können, die die Kirche in Deutschland zur Ruine gemacht haben werden, wage ich zu bezweifeln. Sie bringen es ja jetzt schon kaum noch zustande.

Am Ende, nach dem synodalen Irrsinn, wird der Glaube der Kirche noch ebenso gelten, wie er heute gilt. Zu allen, die anders lehrten, sagte die Väter ihr „anathema sit“. Auch das hat sich nicht geändert.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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