Ein letztes „Bätschi“

Da geht sie hin, die große Hoffnung der SPD, die 13. seit der Wiedervereinigung. Andrea Nahles wirft das Handtuch. Alles, was es dazu zu sagen gibt, dürfte gesagt sein.

Andrea Nahles
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Quelle: Wikimedia

Eine andere Vorsitzende ist nahe dran, ebenfalls gehen zu müssen. Pleiten, Pech und Pannen begleiteten die Amtszeit von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Beginn bis heute. Das böse Erschrecken, dass es kein Honorar für das Ehrenamt gibt, war erst der Anfang. Das jüngst Intermezzo der denkbar unprofessionelle Umgang mit Rezo. Mit „Medien“ hat man es nicht so. Mit dem Internet auch nicht. Einladungen zu Vorstandssitzungen verschickt man im Konrad- Adenauer- Haus per Fax. Erstaunlich, dass alle Vorstandsmitglieder schon alle Fax empfangen können. Das lässt hoffen!

Soweit die Softfacts. Die harte Sachpolitik sieht kaum besser aus. Die Vorsitzende der CDU sitzt nicht im Deutschen Bundestag. Sie darf dort nicht einmal reden. Ein zahnloser Tiger auf der Ebene der Bundespolitik ist sie allemal. Gab es sowas eigentlich schon mal?

Die CDU ist die Sklavenhalterin der SPD in der GroKo. Die SPD stirbt der immer noch ein wenig größeren ehemaligen Volkspartei unter den Händen weg. Da ist nicht mehr viel SPD. Die Grünen überholen sie immer öfter und bald wohl dauerhaft. Die CDU steht nicht so viel besser da. Eine unerschütterliche Schar von Stammwählern vor allem in katholischen ländlichen Regionen wählt die CDU, weil man sie immer gewählt hat. Doch auch diese Schicht bröckelt. Die hippen urbanen Bevölkerungsschichten hat man durch den Profilverlust nicht gewinnen können.

Die CDU verliert die alten Stammwähler, ohne neue gewinnen zu können. Sie ist selber in der Koalition so gefesselt, dass sie kaum in der Lage, sich politisch zu orientieren, aktiv Themen zu setzen und breite Bevölkerungsschichten von ihren Vorstellungen zu überzeugen. Die Bundeskanzlerin ist eine Lame Duck, die gerade noch dem linksgrünen Nachwuchs in den USA die Welt erklären kann. Weltpolitik machen längst andere.

So wird der Abgang von Andrea Nahles zum letzten „Bätschi“ für die CDU, zum letzten Schlag „in die Fresse“ eines sich jeglichen Profils begebenden Konglomerat einer GroKo, die der Bürger schon längst nur noch als SPCDU mit grünem Anstrich wahrgenommen wird. Wen wundert es, dass links und rechts die politischen Ränder erstarken und die Schmuddelkinder deutscher Politik, die Grünen, sich anschicken die neue bürgerliche Partei zu werden. Ein Ökobürgertum mit SUV und KFW 40- Haus, das glaubt auf diese Weise die Welt zu retten. Der Weg in die Grünrotdunkelrote Koalition ist scheinbar unaufhaltsam beschritten. Es wird den rechten Rand stärken, nicht die Parteien der Mitte.

Mit der kommenden Bundestagswahl wird, so die GroKo mit Gewalt aufrecht erhalten wird, ein Parlament mit wahrscheinlich sieben Parteien (CDU, CSU, FDP, AfD, Linke, Grüne und SPD) eine strukturelle Linke Mehrheit und kaum machbare Regierungsbildung mit sich bringen. Da aber immer noch die Bürgerlichen in Deutschland die Mehrheit sind, gibt es aus dem Desaster nur einen Ausweg: Eine Rückbesinnung der CDU auf ihre Wurzeln, die es laut ihrer derzeitigen Vorsitzenden nicht gibt: christliche Politik. Da dies vorerst nicht zu erwarten ist, gehen wir politisch schweren Zeiten entgegen.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
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(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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