media septimana – Von der Revolte –

Der Aufstand ist vielleicht doch nur noch eine Frage der Zeit. Wenn nicht bald ein paar grundsätzliche Dinge in unserem Land passieren, dann wird sich der eine oder andere sehnsüchtig an die Zeiten rechtspopulistischen Getöses erinnern, weil dann nämlich wirklich ein Mob auf den Straßen tobt.

Worüber regt sich der Bürger auf? Die Spritpreise sind zu hoch. Ja, klar! Am Montag, 26.11.2018 soll man keine Tankstelle anfahren, wer unbedingt Benzin braucht, soll am Sonntag tanken. Witzig? Ja, doll, witzig. Ich wurde per FB- Messenger dazu aufgefordert. Ich glaube, ich fahre am Montag früh erst mal tanken. Egal, was der Sprit kostet.

Der Aufstand wird aus einem anderen Loch kriechen. Dabei werden allerdings Preise, auch Spritpreise eine Rolle spielen. Es sind ganz andere Sachen, die irgendwann einmal die Menschen tatsächlich auf die Straße treiben werden. Dann allerdings wirklich in Form einer Revolte. Noch ist Zeit, gegenzusteuern. Wie lange noch kann keiner sagen. Das Nudging und die Propaganda offzieller Stellen wird irgendwann seine dämpfenden Wirkung verlieren. Schon immer war es so, dass Brot und Spiele irgendwann aufgezehrt sind.

Energie, Bahn und Kriminalität

Es gibt eine Menge Reibungsflächen, an denen sich das Zündholz des Aufstandes entzünden kann. Drei seien hier genannt. Energie, Bahn und Kriminalität. Es gibt noch viele andere.

Vor Jahren wurde der Diesel als die Lösung für die Umwelt gepriesen. Alle Welt kaufte Diesel, die Automobilindustrie baute lukrative Modelle. Flotte Flitzer … Nischt schlescht für eine Diesel lautete ein Werbeslogan. Und jetzt ist Diesel böse, ganz ganz ganz böse. Böse ist Diesel deshalb, weil eine gemeinnützige Stiftung, die mit unendlich viel Kohle ausgestattet zu sein scheint, einen Prozess nach dem anderen gegen Kommunen führt, die zu Dieselfahrverboten gezwungen werden.

Dazu werden Grenzwerte herangezogen, die völlig aus der Luft gegriffen sind. An keinem Arbeitsplatz, in keinem Supermarkt, in keiner Klinik gelten solche Grenzwerte, wie auf der Straße. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Es sind die Lobbyisten, die die Werte politisch durchgesetzt haben, die jetzt die Kommunen verklagen. Der Gelackmeierte ist der Bürger.

Das ist in dieser Form kein Einzelfall. Der Staat wehrt sich nicht mehr. Der Staat schützt seine Bürger nicht mehr gegen solch einen Wahnsinn, der hier den Begriff Ökoterror wohl verdient hat. Auch in anderen Bereichen erleben wir einen untätigen bis unfähigen Staat. Betriebe im Staatseigentum eingeschlossen.

Die Bahn ist so verspätet, dass man nicht selten eine Stunde eher ankommt, wenn man den späteren Zug nimmt. Absurd? Nö. Deutsche Bahn. Das ist der Fernverkehr. Der Nahverkehr, der in den Händen der Landkreise liegt, ist nicht besser. Verspätungen, verschmutzte Züge, Ausfälle und Preise, die einem die Tränen ins Gesicht treiben. Für 10 Euro pro Person in die Kreisstadt. Macht mit zwei Personen 40 Euro hin und zurück. Mit dem Auto wären es 25 Euro, alle Kosten inklusive.

Mit dem Diesel darf man dort künftig vielleicht nicht mehr hin. Gut, nicht wahr?

Energiekosten steigen. Im kommenden Jahr steigen die Strompreise. Wieder einmal. Der Verbraucher zahlt die Zeche für Windmühlen, die Strom machen. Ist viel Wind und wird wenig Strom verbraucht, zahlt der Verbraucher dafür, dass der Strom an ein Nachbarland geht. Ist wenig Wind müssen die Versorger Atomstrom in Frankreich und Tschechien teuer einkaufen. Hightechland Deutschland!

In den großen Städten steigt die Kriminalität schon lange . No-go-Areas in großen Städten sind schon keine Schlagzeile mehr wert. Die kriminellen Clans aus aller Herren Länder gehen jetzt aufs Land. Die kleineren und mittleren Städte stehen im Fokus. Das Indiz sind Sport- und Shisha Bars. Viele dieser Etablissements dienen als Umschlagplatz für Drogen, es wird Geldwäsche betrieben und allerlei andere dunkle Geschäfte. Der Staat rüstet bei weitem nicht in dem Maße auf, das nötig wäre. Der problemlose Nachzug von Mitgliedern der Familien ist in Zeiten der unkontrollierten Migration kein Thema mehr.

Fehlsteuerungen

Sicher ist es kein angemessenes Beispiel, doch es ist ein unsinniges Signal. In Paderborn gibt es, wenn man zum Dom fährt ein winziges Stück „Verkehrsberuhigten Bereich“ Vorher darf 30km/h gefahren werden und hinterher auch. Gut 100 m darf nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Ein völliger Irrsinn ist diese Verkehrsführung allemal. Die Polizei in Paderborn lässt es sich nicht entgehen, diesen Bereich regelmäßig zu kontrollieren. Jüngst waren 4 Streifenwagen mit 8 Polizeibeamten im Einsatz. Nein, es war keine Drogenrazzia, es wurden Autofahrer kontrolliert, ob sie mit mehr als Schrittgeschwindigkeit fuhren.

Wäre da nicht diese Statistik der unaufgeklärten Fälle und wäre da nicht diese Dunkelziffer gar nicht mehr zur Anzeige gebrachten Straftaten. Anzeige wird nur noch für die Versicherung erstattet, wenn es denn eine gibt. Ansonsten ist bei „kleineren“ Delikten die Strafanzeige nur noch ein freundlicher Notenwechsel mit dem Staat. Anzeige bei der Polizei – Schreiben über die eingegangene Anzeige – Schreiben der Staatsanwaltschaft über die eingestellte Ermittlung. Der Bürger fühlt sich eindeutig im Stich gelassen.

Wir sind ein friedliches Völkchen hier in Deutschland, das seine Obrigkeit weitestgehend in Ruhe lässt. Die Unzufriedenheit lassen wir eher am Stammtisch als auf der Straße raus. Die Stammtische hat ein Raucherdiskriminierungsgesetz erfolgreich bekämpft. Wen wundert es, wenn mehr und mehr Unzufriedenheit auf der Straße landet. Der Bürger jedenfalls fühlt sich zunehmend verschaukelt. Mit ein bisschen verschaukeln kann und muss jeder Bürger leben. Die drei hier genannten Punkte des Verschaukelns stehen für viele, zu viele andere. Jeder Krug geht nur so lange zum Brunnen bis er bricht.

Es sind dystopisch wirkende Tage, in denen wir leben. Verkehrsinfarkt, marode Infrastruktur, demografische Katastrophe, Medizin, Pflege, Heilmittel, abgehängte Regionen … es gibt zahlreiche Punkte, in denen die Politik entweder verschlafen oder fehlgesteuert hat. Das alles in Zeiten politischer Korrektheit, die per Sprechtabus auch noch den Deckel auf dem ohnehin schon unter Druck stehenden Topf festschraubt.

Wenn nicht bald eine Zeit kommt, in denen der Bürger wenige verschaukelt wird, ist kaum vorher zu sagen, was passieren wird. Ein Blick nach Frankreich zeigt, wohin es gehen kann. Die Revolte ist dort schon mit Händen zu greifen.

Posted in Gender, Gesellschaft, Identity politics, Innenpolitk, Leben, media septimana, political correctness, Politik, Wirtschaft.

Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

Für oben stehenden Artikel gilt:
© Peter Winnemöller - Alle Rechte vorbehalten -