Selber Bilder schaffen

Parròquia de la Mare de Déu dels Dolors de Manacor
Pieta auf dem Hochaltar

Wir sind in einer Krise. Das ist keine Frage. Die Krise ist eine Glaubenskrise. Damit ist sie eine Kirchenkrise und am Ende auch eine Identitätskrise.

Bilder bestimmen unser Denken in einem sehr hohen Maße. Bilder sprechen die ältesten und damit effizientesten Areale unseres Gehirns an und prägen sich am tiefsten ins Gedächtnis.

Bilder sind aber auch die am wenigsten abstraktionsfähige Weise zu denken. Als Bildungsmenschen sind wir es gewohnt, in Begriffen zu denken. Dabei spielen Bilder eine untergeordnete Rolle. Bilder aber auf die wir treffen, treffen uns tief und wir neigen dazu, diese Bilder zu abstrahieren, zu analysieren in Begriffe zu ordnen und somit dem Verstand zugänglich zu machen, was geschehen ist, wie die Botschaft des Bildes in Worte umgesetzt wird und wie diese Botschaft zu bewerten ist.

Dabei verbreiten wir das Bild munter weiter, denn als denkende Menschen wollen wir ja, dass alle wissen, wovon wir reden. Wir wollen konsentieren, uns vergewissern, ob andere auch so denken.

So wird das ungewollte Bild zum Virus. Wir, die wir unfreiwillig infiziert sind mit dem Bild und während wir intellektuelle Abwehrkörper bilden, tragen wir das Bild weiter und weiter und weiter. So lassen wir zu, dass das Bild seine unterschwellige, in die tiefsten und ältesten Bereiche des Gehirns vordringende nonverbale Botschaft immer weiter verbreitet. Ein Virus eben.

Das Denkmodell, die Provokation, die Werbebotschaft, was auch immer das Bild verbreiten soll, tragen wir, die wir womöglich viel lieber eine ganz andere Botschaft verbreiten wollen ungewollt in die Welt hinaus.

Was tun? Bilder, die eine Botschaft tragen, die wir nicht wollen, möglichst nicht verbreiten. Nicht teilen, nicht twittern oder ähnliches. Ist das Bild eine Nachricht, so reicht es sie verbal zu verbreiten.

Am besten ist es, selber Bilder zu schaffen und eigene Botschaften zu verbreiten. Wir sind zu reaktiv. Dabei haben wir eine Botschaft der Welt zu sagen.

Es ist Marienmonat Mai. Schaffen wir Marienbilder, die eine Botschaft in die Welt setzen.

Maria ist Mutter, Mittlerin aller Gnaden, Jungfrau, Königin, Vorbild, Unbefleckte Empfängnis, Erste Vollerlöste mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Maria ist unser Fürsprecherin.

Sind das nicht genug Botschaften, sie in Bilder zu packen?
Versehen wir sie mit dem Hashtag #ueberzeugtkatholisch

Aber da ist noch mehr. Es braucht Bilder, die sprechen. Bilder, die Menschen zeigen. Marienandachten, Wallfahrten, Lichterprozessionen und vieles mehr. Es ist wichtig, der Welt zu zeigen, was unsere Bilder sind.
Und da braucht es die gegenseitige Solidarität. Teilt unsere Bilder, teilt und postet, was das Zeug hält. Überlast es einzelnen z.B. uns Journalisten, in Kommentar und Bericht die Krise zu beleuchten. Aber auch an uns ist es zugleich andere Bilder zu zeigen. Das ist eine Herausforderung, keine Frage. Aber wir sollten sie annehmen, um aktiv zu werden und nicht reaktiv zu bleiben. Ran an die Kamera!

Parròquia de la Mare de Déu dels Dolors de Manacor
Marienaltar mit Darstellung der Mariendogmen
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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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