Reichweite ist die Nahrung des Publizisten

Symbolbild Reichweite

Reichweite im Sinkflug

Der Künstler lebt vom Applaus. Klar! Doch um Applaus zu bekommen, muß man das Publikum ins Theater bringen. Der Publizist lebt von der Reichweite. Was dem Künstler der Beifall, ist in Zeiten von Sozialen Medien das Teilen und die Likes. Wer publiziert will gelesen werden. Gelesen wird heute, wer in den sozialen Medien Aufmerksamkeit gewinnt. So weit, so gut. Da haben uns Facebook und Co gut angefüttert. Wer „surft“ denn noch über die Seiten? Wir lesen, was wir in den sozialen Medien sehen.

Algorithmen steuern, was wir zu sehen bekommen. Damit wird der Einfluß von Facebook und Co auf das Leseverhalten der Nutzer immer größer. Machen wir uns nichts vor: Es gibt ein faktisches Oligopol von Facebook/Amazon/Twitter/Google. Internet findet derzeit dort statt oder es findet nicht statt. Dabei ist das Internet so viel mehr.

Dies Weblog existiert nicht auf der Plattform einer der Oligopolisten des Social Web, es existiert auf eigenem Webspace. Die Inhalte hier existieren, ob sie von zwei, zweihundert oder zweitausend Lesern am Tag gelesen werden. Aber wie kommen die Inhalte an ihren Leser? Das ist die große Frage. So wird denn ganz munter auf FB geteilt, getwittert, in WhatsApp – Gruppen gepostet und vieles mehr. Gerade Facebook bremst im Augenblick enorm. Ein neuer Algorithmus verlangt vom Nutzer entweder viel Aufmerksamkeit für die, deren Inhalte man wirklich lesen möchte oder Akzeptanz deren Inhalte nicht mehr angezeigt zu bekommen.

Social Media und Geschäftspolitik

Interessanterweise sind eher konservative Inhalte sehr stark von Reichweiteneinschränkungen betroffen. Es ist kein Geheimnis, die Geschäftspolitik des Netzwerkes ist eindeutig linksliberal orientiert. Sie schwingt im Gleichklang mit einem in Nordamerika und Westeuropa etablierten politischen Mainstream. Das ist zunächst einmal nicht so besonders, weil das Unternehmen ja gewinnorientiert arbeitet. Offensichtlich zu recht vermutet man dort die meisten und einflußreichsten Nutzer.

In Deutschland kommt in jüngster Zeit noch eine Gesetzgebung hinzu, die geeignet ist, die Meinungsfreiheit zu beschränken. Man muß nicht sonderlich phantasievoll sein, um sich vorstellen zu können, daß man bestimmte Inhalte auf technischem Wege klein halten will. So läßt sich vermeiden, daß es erst zu Beschwerden kommt. Die Folge ist aber eine massive Begrenzung der Reichweite und damit eine massive Einschränkung der Erreichbarkeit bestimmter Inhalte. Keine Frage, links- und rechtsradikale Elaborate mit menschenverachtendem Inhalt, aufrufe zu Straftaten sowie Beleidigungen, Diffamierungen oder auch Volksverhetzung gehören nicht in den Kanon dessen, was die Meinungsfreiheit schützt. Dafür bedarf es aber im Grunde nur einer funktionierenden Justiz. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, daß ausgerechnet ein Justizminister die Justiz in den Sozialen Medien teilprivatisiert hat.

In der Summe geht es nach unten

Es sei denn, man ist bereit zu bezahlen. Das nämlich ist noch das größte Problem, daß sich die Wahrnehmbarkeit von Inhalten noch einmal deutlich in Richtung bezahlter Inhalte verschoben hat. Nun wird doppelt bezahlt. Der Anbieter einer Information zahlt mit Geld, der Nutzer zahlt mit seinen Daten. Doch auch damit ist noch keine wirkliche Steigerung der Reichweite gewährleistet.

Die Lösung liegt in der Schaffung von Alternativen. Märkte – auch Meinungsmärkte – leben von Konkurrenz und gesundem Wettbewerb. Der Meinungsmarkt auf Facebook wird zunehmend zu einer Meiungsplanwirtschaft. Das ist ungesund. Also braucht es Konkurrenz. Alle bisherigen Versuche, sich neben Facebook zu etablieren sind gescheitert oder vom Oligopolisten aufgekauft worden. Das ist ein Problem, für das es nur eine Lösung gibt:

Es braucht ein Soziales Netzwerk, welches nicht kommerziell und dezentral aufgebaut ist. Ein Netz, deren Software als Open Source ist und es jedem ermöglicht, eine Netzwerkdomäne einzurichten. Sowas gibt es noch nicht. Noch!

Derweil taucht gerade mal wieder ein neues Netzwerk auf, das gerade den Kopf hochhebt. Man findet mich hier:

 

gab

gab.ai

https://gab.ai/Cicero_katholon/

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Es gibt sogar eine APP für Android, die wirklich gut funktioniert.

Wir sehen uns …

 

 

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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