Weiter mit der Disputata

Meine Autorenkarte auf disputata.de

Sie war hinter dem Projekt theGermanZ etwas zurück getreten unsere disputata. Der Grund lag vor allem an der Personalüberschneidung der agierenden Autoren. Wesentlich war aber auch, daß theGermanZ zu einem Faktor auf dem Nachrichtenmarkt werden sollte. Die Disputata hatte und hat diesen Anspruch nicht. Es gibt keine Meldungen, keine Agenturbeiträge und keine Breaking News. Nachrichten sind zwar unser Thema, doch nicht die brandaktuelle Neuigkeit, sondern mehr der lange Lauf, die tiefere Überlegung. Vor allem ist der langfristige Blick auf die gesellschaftliche Debatte wichtig. Nicht nur, daß die Autoren der Disputata selbst möglicherweise in eine Debatte miteinander eintreten können und sollen, vielmehr soll die Debatte ganz allgemein gefördert werden.

Wenn die Disputata zitierfähig geworden ist, ist mein persönliches Ziel, ein gewünschtes Zwischenergebnis, durchaus erreicht. Wenn die Redaktionen von Tagesschau und heute sich unsere Meinungen anschauen, wird der Schampus fällig. Doch Spaß beiseite, darum geht es nicht. Das Ziel ist wirklich die Anregung der Debatte. Das fängt im kleinen an. Die Debatte im politischen und gesellschaftlichen Alltag ist schwer leidend. Politisch korrekte Denkvorgaben und die aus dem anglo-amerikanischen Raum zu uns rüber schwappende Identity politics machen freies Denken und freies Reden schwer. Das ist systematisch so. Wenn bestimmte Gedanken a priori als politisch nicht korrekt gebrandmarkt sind, dann erlangen sie nie die Kraft, argumentativ untermauert in die Debatte geworfen zu werden. Gleiches gilt für eine gedankliche Ignoranz gegenüber Herkunft, Rasse, Klasse, Geschlecht und anderen vermeintlich Identität stiftenden Merkmalen einen Menschen. Identity politics richten so massive Denkverbote auf, daß ein Debattenbeitrag ohne hunderte von Disclaimern schnell mal skandalisiert werden kann.

So kann man keine Politik machen. So kann eine Demokratie nicht funktionieren. Es braucht die Freiheit des Denkens und die Freiheit der Rede ohne Tabus. Das Recht dummes Zeug zu reden ist das Recht des freien Menschen. Die Pflicht die Folgen zu tragen aber auch. Heute wird das Recht der Freien Rede schon arg beschnitten. Noch sind es nur wenige gesetzliche Maßnahmen, wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, welche die Meinungsfreiheit partiell – hier in kommerziellen sozialen Medien – einschränken. Zumeist sind es – noch(!) – selbstauferlegte oder pseudomoralisch gebotene Einschränkungen, die die Freiheit der Rede spürbar einschränken.

Es gilt Sand ins Getriebe zu schütten. Das Getriebe der Denk- und Sprechverbote muß behindert werden, wo es nur eben geht. Um Sand in dieses Getriebe zu streuen reicht es – noch(!) – seine Meinung offen und öffentlich zu vertreten. Sich nicht schrecken lassen von linksgrünfeministischen Bannbullen, die schon dann tief fliegen, wenn man um der Schönheit der Sprache willen das generische Maskulinum verteidigt. Ganz ehrlich, wenn ich trotz generischem Maskulinum als Schreiber nicht in der Lage bin, auch die Frauen in meinem Text vorkommen zu lassen, dann mache ich etwas falsch. Liebe Leserin, fühlen Sie sich angesprochen.

So geht es denn weiter mit der Disputata. Auch winzig kleine Sandkörner der Freiheit sind Teil der Freiheit. Wir lassen sie uns nicht nehmen. Wir schreiben.

Es gibt wöchentlich eine Kolumne von mir auf disputata.de. Rechts auf der Startseite meines Blogs wird sie kurz nach Veröffentlichung verlinkt. Doch auch sonst lohnt ein regelmäßiger Blick auf die Seite.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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