Bahnhofsvorplatz ist die große Suppenküche

Erst war es ein bedrückendes Schweigen. Dann murmelte es sich durch die sozialen Medien. Die Lokalpresse in Köln war sofort dabei, allerdings zunächst sehr verhalten. Drei Tage nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln rauscht es nicht nur in jedem Blätterwald, sondern es beginnt nun langsam jeder sein Süppchen auf der Horrornacht von Köln zu kochen.

Wenigstens das ZDF gestand seine Fehleinschätzung ein und entschuldigte sich mit folgen Worten via Facebook:

„Die Nachrichtenlage war klar genug. Es war ein Versäumnis, dass die 19-Uhr-heute-Sendung die Vorfälle nicht wenigstens gemeldet hat. Die heute-Redaktion entschied sich jedoch, den geplanten Beitrag auf den heutigen Tag des Krisentreffens zu verschieben, um Zeit für ergänzende Interviews zu gewinnen. Dies war jedoch eine klare Fehleinschätzung.“

Stellvertretender ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen

Auch wenn heute erst ganz langsam und verhalten die Pressemaschinerie anrollte, bedurfte es sofort der Mahnung bei den Fakten zu bleiben. Der Artikel versucht eine Abwehr zu früher sowie unseriöser Deutungen und Spekulationen. In der taz allerdings möchte man unter Berufung auf den Pressecodex Informationen über die mutmaßlichen Täter zurückhalten. Das wäre höchst manipulativ, denn schon längst haben sich diese Informationen durch die sozialen Medien bereitet. Auch wenn es die taz & Co rot und grün ärgert, dank Facebook, Twitter und Co gibt es keine Lufthoheit über die veröffentlichte Meinung mehr. Nach einem Warnruf mit Aufschreicharakter über das Schweigen der Feministinnen, sah sich dann heute zumindest EMMA bemüßigt, sich zu äußern. Dafür allerdings muß sie sich von der taz als „Rechtsfeministin“ bezeichnen lassen. Liebe Frau Schwarzer, willkommen am rechten Rand der gefährlichen Bürger. Als ebenfalls begabte Köchin auf der Bahnhofsvorplatte erweist sich Sabrina Hoffmann in der Huffington Post. Dort geißelt sie (wohlgemerkt auf dem Rücken der Opfer von Köln, Stuttgart und Hamburg!) die Diskussion als Heuchelei und markiert den Krieg, der in Deutschland schon längst gegen die Frauen tobe. Natürlich geht es gegen Pegida und AfD. Dort verortet sie die eigentlichen Feinde der Frau. Dagegen kritisiert Jan Fleischhauer den Erziehungsjournalismus. Die Kanzlerin erklärt der noch frischen Oberbürgermeisterin telefonisch ihre Empörung.

Dieses Blitzlicht auf das politische- mediale Pingpongspiel rund um die skandalösen Ereignisse der Silvesternacht in Köln ist ein Bild für den Zustand unserer Gesellschaft. Zerrissen bis ins tiefste, können wir nicht einmal mehr den Konsens dessen akzeptieren, was uns die Fakten diktieren. Eine Horde krimineller Männer mit nordafrikanischem und / oder arabischen Aussehen, die offensichtlich zum Teil polizeibekannte Intensivstraftäter sind haben in der Silvesternacht in Köln rund um den Hauptbahnhof  vor den Augen der Polizei eine große Zahl Straftaten begangen.

Statt für öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen, stellt man nun Verhaltensregeln für Frauen zum Karneval auf.

Eines kam in den vielen Artikeln, die dann nach der ersten Schweigephase nun die Blätter und Portale stürmen, gar nicht zur Sprache: Die Opfer der Verbrechen. Viele der Frauen werden nicht nur körperliche sondern seelische Verletzungen davon tragen. Die traumatisierenden Übergriffe werden sie in ihrem Leben beeinträchtigen und viele werden lange Zeit darunter leiden. Vor lauter Politik, Empörungskultur, Gutmenschentum und Rechtfertigungsgeschwafel hat man offensichtlich völlig vergesen, den Schrei der Opfer zu hören.

Die politischen und medialen Suppenköche unserer Tage werden sich davon nicht abhalten lassen, weiter in ihren Pötten links oder rechts herum zu rühren. In den wenigsten Fällen wird mit Nüchternheit und Klarheit berichtet, werden Fakten zusammen getragen werden. Nur wenige Tage und niemand wird mehr etwas von Köln wissen wollen. Nur die Opfer, die werden es eben nicht vergessen.

Wenn es etwas gibt, was man nun in jedem Falle für die Opfer tun kann, ist es die Täter zu ermitteln und angemessen zu bestrafen. Darüber hinaus wird es sicher jedem Opfer ein Trost sein, wenn man erkennen könnte, daß künftig alles getan wird, damit sich so eine skandalöse Katastrophennacht nicht wiederholt. Es gibt genügend kluge Sicherheitsfachleute in unserem Land, die sich darüber Gedanken machen können. Ohne ein entschiedenes Durchgreifen nämlich kommen weiter Suppenköche ins Spiel. Es gab schon Ankündigungen von Hooligans und / oder Neonazis, am Kölner Bahnhof mal aufzuräumen. Natürlich kommmen dann auch die Linken und werden auch aufräumen wollen. Das hört sich doch „interessant“ an. Bei so viel Aufräumern fühlt sich der Bürger doch gleich in eine andere Zeit versetzt. Es erinnert an die 20er Jahre, auch damals hatte die öffentliche Hand das Gewaltmonopol auf der Straße verloren. Das Ergebnis dürfte bekannt sein. Nur eine wirklich konsequente Vorgehensweise und absolute Nulltoleranz gegen Straftäter jeglicher Couleur wird noch helfen. Ob Politik und Behörden sich zu harten und klaren Schritten werden durchringen können, dem linksgrün dominierten Mediengetöse zum Trotz, das wird abzuwarten sein.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
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(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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