Wenn sie sonst nix sündigen

Hans-Josef Becker Erzbischof von Paderborn

Hans-Josef Becker
Erzbischof von Paderborn

Es kann ja bekanntlich jede Sünde vergeben werden, außer der Sünde wider die Umwelt.

Oder nein, halt! Das war ganz anders.

Es kann jede Sünde vergeben werden, außer der Sünde wider den Heiligen Geist. Also Entwarnung, unser Episkopat bekommt noch eine Chance.

Erneut hat in diesem Jahr die DUH (Deutsche Umwelthilfe) eine Umfrage unter deutschen Bischöfen veranstaltet, bei dem die Oberhirten in einen Wettstreit um die dickste Karre den geringsten CO2 – Ausstoß treten durften.

Da erfährt man dann so ganz nebenbei, daß man in Paderborn jetzt von schwäbischen Autos auf bayrische Fahrzeuge umgestiegen ist. Der Erzbischof sitzt hinter 3 Liter Hubraum, die Weihbischöfe lassen sich von 2 Liter Hubraum bewegen. Kein Benz mehr in Paderborn. O Tempora, o mores.

Was man sonst so fährt? Audi, VW, BMW alles eher obere Mittelklasse.

Also echt, unter einer fetten Karre stelle ich mir was ganz anderes vor.

Auch ansonsten birgt die Studie keine sonderliche Überraschung. Allein, daß der Bischof von Essen stur auf Phaeton beharrt und eine rote Karte von der DUH kassiert, verwundert doch etwas. Man gibt sich in Essen doch sonst so öffentlichkeitsgeschmeidig. Die langen Beine des Bischofs fordern ihren Preis. Wer wollte es ihm verübeln. Überhaupt muß man bei nüchterner Betrachtung sagen, daß die Größe und Leistung deutscher Bischofskarossen sich in Grenzen hält. Der allgemeine Trend geht nämlich in die Gegenrichtung. Die SUVs werden immer größer und leistungsstärker. Bei Bischofs begnügt man sich in der Regel mit 150 kw Leitung in einer soliden Limousine.

Logischerweise müssen die Autos der Bischöfe langstreckentauglich sein, sie müssen geeignet sein, von einem Fahrer gefahren zu werden, verlangen also ein Mindestmaß an Platzangebot. Auf langen Fahrten ist das Auto der Arbeitsplatz, in dem Akten studiert und Telefonate geführt werden müssen.

Darin unterscheidet sich der Bischof einer Diözese kaum von einem normalen Manager. Ob das so sein muß, mag an anderer Stelle mal diskutiert werden. In Deutschland werden Bischöfe wie Ministerpräsidenten besoldet und haben Anspruch auf vergleichbare Dienstwagen. Neidhammeldebatten sind da völlig fehl am Platz. Ebenso muß man die Arme-Kirche-Romantiker hier mal schlicht und knallhart enttäuschen. Die Kirche bewegt sich in unserer Gesellschaft auf Basis der Konventionen unserer Gesellschaft. Das gilt auch automobil.

Als Fazit der Umfrage, die in etwa so überflüssig sein dürfte, wie ein Kropf und daher von hier auch nicht verlinkt wird, man mag sie halt selber googlen, darf man feststellen, daß unsere Bischöfe zumindest automobil garantiert keine Großmannssucht pflegen.

Mein eigenes Gefährt pustet übrigens  nach Herstellerangaben 118g CO2/km in die Luft.

Das hält sich ja zum Glück noch in Grenzen.

Wieviel g CO2 / Stunde stoßen eigentlich linksgrüne Gutmenschen bei einer gut gepflegten Empörungsveranstaltung aus?
Und kann man das vielleicht noch ein wenig reduzieren?
Mal beim DUH anfragen …

 

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
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(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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