Endlich gendergerechte Klos

Dekadenz war einer der Gründe, die zum Untergang des römischen Reiches beigetragen haben. Dekadenz war der Auslöser in einer übersatten Kultur, sich der Verschwendung hinzugeben, seinen Lebenszweck in Intrigen zu sehen, keine Kinder mehr zu bekommen, die Außengrenzen zu vernachlässigen, eigentlich nur noch auf dem Vulkan der Orgien abzufeiern. Dekadenz tritt immer dann auf, wenn eine Kultur ihrer selbst überdrüssig geworden ist. Hochkulturen gehen nicht daran zu Grunde, daß sie von einer höheren Kultur abgelöst werden. Hochkulturen gehen daran zu Grunde, daß sie sich in dekadenter Überdrüssigkeit ihrer selbst entledigen.

Die Einweihung eines gendergerechten (Pardon) Scheißhauses wird in Berlin zum Event. Endlich ist es vorbei mit der elendigen bipolaren Heteronormativität. Jetzt darf jeder aufs Klo, ganz gleich, ob männlich, weiblich oder sich einem der zigzillionen Phantasiegeschlechter zurechnen. Ungeklärt ist noch, ob der Tag in Berlin in kommenden Jahren als staatlicher Feiertag begangen werden wird. Jedenfalls ist die Presse eingeladen, dem Event beizuwohnen. Ein Fototermin ist anberaumt. Auf Ausweise und Termine beim Bürgerbüro, sowie die Bearbeitung von Anträgen wartet man in Berlin lange. Dafür kann man jetzt gendergerecht Pullern. Endlich!

Nein, das ist noch nicht das Ende unserer Kultur. Ganz sicher nicht, doch es ist ein Zeichen für dekadenten Überdruß, der kulturell exakt in eine Richtung weist:
Nach unten, zum Ende hin.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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