Bloggertreffen in Essen #kbt15

Tagungsmappe für #kbt15

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Endlich so weit: Katholische Blogger aus ganz Deutschland hatten weder Kosten noch Mühen noch Kilometer gescheut, um zum Treffen nach Essen zu kommen. „katholisch bloggen: was mich betrifft“, stand als Überschrift über dem Bloggertreffen. Die beiden Hauptpunkte am Samstag waren ein Barcamp am Vormittag und der Vortrag „Wie professionalisiere ich mein Schreiben?“ von Klaus Kelle.

Das Treffen begann Freitag am späten Nachmittag mit Begrüßung und Vesper. Weil nicht alle den üblichen Stau im Ruhrgebiet (es gibt wirklich nur einen: Das ganz Ruhrgebiet!) rechtzeitig durchlitten hatten, trudelten einige Teilnehmer mit leichter Verspätung ein. Den Abend prägen ein Impulsreferat von mir zum Thema Blogger Relations. Nach erlittener narzisstischer Kränkung durch den Großen Vorsitzenden (Verbloggung führt auch zur Verblödung … ) heißt es nicht etwa Aufgeben, das hat eh keinen Sinn, sondern Perspektivwechsel. Vernetzungen von Bloggern und kirchlichen Stellen muß individuell erfolgen. Mein Rat, auch Veranstaltungen gehen und sich als Blogger zu erkennen geben. Partner suchen, die ähnliche Interessen haben und nicht scheuen, auch mal eine Pressestelle anzurufen oder anzuschreiben. Dabei muß man sich nicht verbiegen. Das Motto des Treffens: „Was mich betrifft“ gilt eben auch für Kontakte. Diese sollte man suchen, wo man betroffen ist oder das Thema sich mit seinen Interessen trifft.

Der Rest der abendlichen Runde war der Themensuche für den folgenden Tag vorbehalten. Sechs Workshops sind steiles Programm. Doch es war kein Problem die Themen zu finden. Dabei gab es eine große Vielfalt von Mission/ Neuevangelisierung über die Frage, wie Blogger Relevanz gewinnen können, den Einsatz in der Gemeinde bis hin zu einem Blick auf die aktuelle Situation, in der auch Blogger in unserem Land bedroht werden. Natürlich kommt man nicht zum Vergnügen zu einem Bloggertreffen, daher war der Ausklang im Clubraum natürlich eine Pflicht, der sich niemand entziehen konnte.

Der Morgen danach startete mit einem für einige Teilnhehmer neuen Erlebnis. Es gab die Möglichkeit an einer Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus teilzunehmen. P. Recktenwald, der als Teilnehmer zu dem Bloggertreffen gekommen war, zelebrierte die Hl. Messe. Dankenswerterweise war der Umgang mit dieser Frage sehr unideologisch. Es gab keine Berührungsängste oder im Gegenzug übertriebene Jubelarien. Es wäre wünschenswert, wenn der Umgang mit beiden Formen des römischen Ritus, gleich welcher Form man persönlich zuneigt, immer so unkompliziert wäre.

Das stramme Programm des Vormittags mit den Workshops im 45- Minutentakt und der Vorstellung im Plenum ließ die Zeit wie im Fluge vergehen. Für die Teilnehmer und interessierte Blogger wird es eine Dokumentation der Ergebnisse geben. Es soll damit auch ermöglicht werden einzelne Themenkomplexe weiter zu bearbeiten. Ein Vormittag ist sicher nicht ausreichend, um komplexe Themen völlig erschöpfend zu behandeln, doch es war eine effiziente Arbeit, die Handlungsfelder eröffnet hat. Hier soll es weiter gehen. Beispielsweise soll die Frage, wie Blogger Relevanz erlangen und ausbauen können, auch künftig weiter verfolgt werden. Auch in den anderen Themenfeldern kann und soll weiter gedacht und gearbeitet werden.

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Klaus Kelle
Journalist und Medienunternehmer

Der Nachmittag startete mit dem Vortrag von Klaus Kelle. Um seine Gedanken plastisch und anschaulich zu machen, der Journalist sich die Blogs der Teilnehmer angesehen und untermalte seine Gedanken mit konkreten Beispielen. Ein Kerngdanke war dabei die Kongruenz von Blogtitel, Domain und  Blogname. Der Leser soll sofort erkennen können, wo er ist und was er erwarten kann. Eine weitere Anregung war die Regelmäßigkeit der Beiträge. Eine Seite, also Blog verliere an Lesern, wenn nicht regelmäßig veröffentlicht werde. An den Vortrag schloß sich eine engagierte Diskussionsrunde an. Der Nerv der teilnehmenden Blogger war ganz klar getroffen.

Der Rest des Samstags stand im Zeichen einzelner Kurzvorträge. Es wurde das Tool Inlinkz vorgestellt, mit dem sogenannte Blogparties oder auch Linkups in den eigenen Blog oder einen extra dafür angelegten eingebunden werden können. Dabei geht um thematische Verlinkungen zu anderen Blogs, die von den betreffenden Bloggern selber eingetragen werden können. Damit kann man unterschiedliche Bloggerszenen miteinander in Berührung bringen.

Den Blog „Bedrängte Christen“ stellte Johannes Seibel, Pressesprecher von Missio Aachen, der als Gast am Bloggertreffen teilnahm, im Anschluß vor. In diesem Blog schreiben Christen aus Ländern, in denen die Religionsfreiheit für Christen eingeschränkt ist. Diese Einschränkungen gehen von gesellschaftlichen Nachteilen im Alltag bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen. Missio gibt hier den Betroffenen selbst eine Stimme. Es sind authentische Zeugnisse der Situation in den jeweiligen Ländern. Die Autoren kommen z.B. aus Afrika, dem Nahen Osten und aus Ostasien. Über einhundert Länder auf dieser Erde haben Einschränkungen der Religionsfreiheit für Christen, betonte Seibel, das werde in der aktuellen Situation in Afrika im Nahen Osten derzeit häufig übersehen.

Das Bloggertreffen endete am Sonntag gegen Mittag. Nach der Hl. Messe, diesmal in der ordentlichen Form des römischen Ritus, ging es noch einmal an die Arbeit. Eine letzte Arbeitsrunde beschäftigte sich mit der Frage, wie man eine gewinnende Sprache finden kann. Dabei soll die Klarheit in der Sache nicht zurück stehen. Auch um diese Frage, insbesondere um den Aspekt der notwendigen Klarheit, entspann sich eine lebhafte Diskussion. Ein Ausblick auf die beiden folgenden Jahre konnte auch schon genommen werden. Angedacht sind Bloggertreffen in Hildesheim zum Ästhetik im Jahr 2016 und in Kevelaer zum Thema Maria / Wallfahren im darauf folgenden Jahr. Die konkreten Planungen für 2016 sollen bald beginnen.

Mit einem Gebet endete das Treffen in Essen.

Von dieser Stelle herzlichen Dank an alle Teilnehmer für die engagierte Mitarbeit auf dem Treffen.

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Peter Winnemöller

Journalist, Blogger
katholisch
immer neugierig
Leseratte
seit einer gefühlten Ewigkeit im Internet unterwegs

(Der kleine Senator steht für meinen seit Beginn der Internetzeit verwendeten Nickname Cicero und ist ein Geschenk des Illustrators Peter Esser)

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